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Herbst in Middelfart: Wald, Lillebælt und die Schätze der Natur

Ein Herbstspaziergang braucht kein Ziel. Vielleicht willst du nur die schönste Kastanie finden, Material für einen Kranz sammeln, oder einfach unter die Baumkronen, mit heißem Kakao in der Tasche. Der Rat von Naturführerin Anette ist eigentlich der einfachste: Nimm dir Zeit zum Schauen

allé i middelfart en efterårsdag
Foto: VM

Fülle deine Taschen mit Herbst

Wenn die Wälder golden werden, die Luft kühler wird und der Pullover wieder attraktiv im Schrank wirkt, ist der Herbst in Middelfart angekommen. Geh raus in den Wald oder runter zum Lillebælt und erlebe, wie die Jahreszeit die Landschaft langsam umfärbt. Und landet am Ende der Tour ein paar von den Schätzen der Natur in deiner Tasche, geht sie zu Hause einfach weiter – mit kreativen Projekten und heißem Kakao.

Es liegt etwas Besonderes in dieser Zeit des Jahres, in der Grün zu Gelb, Orange und Rot wird, der Waldboden sich langsam mit Blättern bedeckt und es sich wieder ganz vernünftig anfühlt, mitten am Tag den Kaminofen anzuzünden.

 

Naturführerin Anette Weiss mag den Herbst selbst sehr.

Ihr Rat ist einfach: Komm raus und nutze deine Sinne. Nimm eine Decke und heißen Kakao mit, such dir einen guten Platz unter den Baumkronen oder am Wasser, und lass den Blick wandern.

„Es ist unfassbar schön mit den goldenen Herbstfarben, und dann lädt es einfach zur Gemütlichkeit ein, wenn es kälter wird, der Wind zerrt und man in den Pullover schlüpft, den man im Sommer eigentlich ein bisschen vermisst hat."Naturführerin Anette Weiss
solen stråler skinner ind gennem træernes bare kroner på en efterårs dag. skovbunden er fyldt med orange blade
Foto: Pia Ry© VisitMiddelfart

Finde deinen Wald

Auf der Halbinsel Hindsgavl und im Staurby Wald kannst du auf einer Wanderung unter die Baumkronen treten und die Landschaft Woche für Woche erleben, wie sie sich verändert. Anette empfiehlt auch den Holme Wald bei Gelsted, Vestermose bei Ejby und den Kasmose Wald, wenn du tiefer in die Stimmung des Herbstes eintauchen willst.

Im Wildpark Hindsgavl kommt mit der Jahreszeit ein zusätzliches Naturerlebnis hinzu. Im Herbst gehen die Hirsche nämlich in die Brunft, und die Rothirsche kann man hören und erleben, wenn die Männchen einander anröhren und um die Gunst der Weibchen kämpfen. Der Soundtrack des Herbstes ist mit anderen Worten mehr als raschelnde Blätter.

Und der Wald ist auch nicht der einzige Ort, an dem sich der Herbst zeigt. An einem klaren Tag kann die Tour ebenso gut an den Strand am Lillebælt führen, wo das Herbstlicht dem Wasser und der Landschaft einen anderen Ausdruck gibt als im Sommer und wo die Natur am Lillebælt eine andere Seite zeigt als die des Waldes. Der Wasserrand verbirgt seine ganz eigenen Funde.

 

Denk daran, in die falsche Richtung zu schauen

Wenn man an einem Ort geht, an dem man schon oft gegangen ist, endet man leicht damit, nur geradeaus zu schauen. Anette hat deshalb eine kleine Übung, die sie selbst in der Natur nutzt.

„Ich übe mich darin, ab und zu innezuhalten und entweder tief oder hoch zu schauen. Kleine Tiere zu bemerken, die im Gras krabbeln, oder Vögel, die hoch am Himmel fliegen. Auf das Farbenspiel im Wasser des Lillebælt oder in den Baumkronen zu achten", erzählt sie.

Und es gibt gerade jetzt genug zu entdecken. Die Vögel ziehen, Tiere sammeln Wintervorrat, und die Pflanzen sind dabei, die nächste Generation zu sichern. Der Herbst spielt sich mit anderen Worten sowohl über unseren Köpfen als auch direkt vor den Schuhspitzen ab.

Und manches von dem, was man entdeckt, darf sogar mit nach Hause.

Skaller under havets overflade
Foto: VisitMiddelfart
hjorte i Hindsgavl Dyrehave. Mange hjorte står på en eng og græsser. I baggrunden er træerne orange. Det er efterår
Foto: Pia Ry© VisitMiddelfart

Geh auf Schatzsuche

Eine glänzende, braune Kastanie in der Hand gehört zum Herbst, und hat man Lust auf eine Tütenfüllung, gibt es mehrere Orte zum Suchen: die Allee am Adlerhusvej beim Friedhof, der Smutvej zwischen Skrillingevej und Assensvej und der Teglgårdspark sowie die Rosskastanienbäume im Wildpark Hindsgavl nahe dem Femvejen und entlang der blauen Route im Staurby-Wald.

Aber die Kastanien sind nur der Anfang. Der Waldboden verbirgt Eicheln, Bucheckern und Zapfen Seite an Seite mit welken Blättern in allen Schattierungen, und Eberesche, Hundsrose und Stechpalme leuchten mancherorts mit orangeroten Beeren auf. An der Küste geht die Jagd weiter – nach Muschelschalen, Steinen, Schneckenhäusern, getrocknetem Seetang und Schilfrohr.

Und natürlich gibt es keine Musterlösung. Ein krummer Zweig, eine Feder oder ein Blatt in einer ganz unwahrscheinlichen Farbe kann durchaus der beste Fund der Tour sein.

Sind Kinder in der Nähe, besteht eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass die Sammlung nicht lange eine Sammlung bleibt. Mit Zahnstochern, Eichelhütchen und etwas Fantasie verwandeln sich die Funde des Tages schnell in ein kleines Völkchen aus Kastanienmännchen, Tieren und Wesen, die sich nicht unbedingt einer Art zuordnen lassen.

tegning af efterårs natur. Blad agern, kastanje, kogle og kvist.
Foto: Amalie Hjelm

Wie groß ist dein Hut?

Bevor der Fang des Tages mit nach Hause kommt, gibt es ein paar Sammelregeln, die man gut kennen sollte. Grundregel: In öffentlich eigenen Wäldern, wie zum Beispiel den Wäldern bei Hindsgavl, darf man überall sammeln, während man in privaten Wäldern nur mitnehmen darf, was man von Weg und Pfad aus erreichen kann.

Man darf für den privaten Gebrauch und in bescheidenem Umfang sammeln. Nach dem alten Schonischen Recht ist das, was in einen Hut passt, was im heutigen Dänemark etwa einer Tragetaschenfüllung entspricht. In begrenztem Umfang darf man Äste, Zweige und Laub sammeln, die auf dem Waldboden liegen, ebenso Zapfen, Moos und Flechten für den privaten Gebrauch. Pflanzen und Wurzeln darf man, fast selbstverständlich, nicht ausgraben. Nimm also deine Favoriten mit und lass den Rest liegen, für den Nächsten, der ihn entdeckt.

Der Herbst zieht ein

Etwas vom Schönen am Sammeln von Naturmaterialien ist, dass das Erlebnis weitergehen kann, wenn man nach Hause kommt. Blätter kann man pressen, Zweige in eine Vase stellen, und Eicheln, Bucheckern und Zapfen dürfen sich über den Küchentisch ausbreiten. Ausnahmsweise ganz mit Absicht.

Oder man sammelt die Farben und Formen des Herbstes in einem Kranz für die Tür. Silkes Blomster & Nørklerier in Nørre Aaby zeigt hier, wie du mit wenigen Materialien deinen eigenen Herbstkranz aus Pflanzen bindest, die du auf deinem Weg gefunden hast.

Binde deinen eigenen Herbstkranz

Silkes Blomster & Nørklerier hat zwei verschiedene Kränze gemacht. Für den einen wurden wilde Möhre, gelber Rainfarn und weiße Schafgarbe verwendet, während der andere aus Beifuß gebunden ist, der mit seinen graugrünen Nuancen einen schlichteren Ausdruck gibt.

Du musst nicht genau dieselben Pflanzen finden. Schau, was um dich herum wächst, wähle ein bis drei verschiedene Sorten, und frag deinen Floristen, wenn dir etwas fehlt. So wird der Kranz auch zu einem kleinen Bild genau der Tour, auf der du warst.

Du brauchst:

  • Einen Ring aus Draht
  • Floratape
  • Wickeldraht
  • Schnur oder Band zum Aufhängen
  • Eine Blumenschere
  • 1–3 verschiedene Pflanzen

So geht's:

  1. Forme den Draht zu einem Ring in der Größe, die du möchtest, und binde die Enden mit etwas Wickeldraht zusammen.
  2. Wickle Floratape rundum um den Ring. Zieh das Tape leicht, während du es fest um den Draht wickelst, damit es haftet und den Pflanzen einen guten Untergrund zum Festhalten gibt.
  3. Schneide die Pflanzen eventuell auf etwa gleiche Länge. Das gibt einen einheitlicheren Ausdruck.
  4. Befestige den Wickeldraht am Ring. Lass den Draht auf der Rolle sitzen, damit du dich damit ganz herum arbeiten kannst.
  5. Entscheide, wie die Pflanzen verteilt werden sollen. Sollen sie sich in einer bestimmten Reihenfolge wiederholen, frei gemischt werden, oder soll der ganze Kranz aus einer Pflanze bestehen?
  6. Leg die Pflanzen in kleinen Sträußen oder einzeln auf den Ring und wickle den Wickeldraht nach jedem Strauß oder Stiel darum, damit sie an Ort und Stelle bleiben.
  7. Wenn du einmal ganz herum bist, legst du den letzten Strauß oder Stiel unter den ersten, damit der Übergang verdeckt wird.
  8. Befestige den Wickeldraht auf der Rückseite des Kranzes und schneide ihn ab.
  9. Binde zuletzt eine Schnur oder ein Band zum Aufhängen an.

Willst du den Kranz dichter und kompakter, kannst du dem fertigen Kranz noch eine Runde mit Wickeldraht geben. Wenn der Kranz seinen Dienst getan hat, kannst du den Wickeldraht aufschneiden, die getrockneten Pflanzen entfernen und den Drahtring aufbewahren. So kann er wieder für den nächsten Kranz genutzt werden. Der Ring muss mit anderen Worten nur einmal Herbstkranz sein.

krans af ståltråd
Foto: Silkes Nørkleier
gran sættes på en krans
Foto: Silkes Nørkleier
gran sættes på en krans
Foto: Silkes Nørkleier
gran sættes på en krans
Foto: Silkes Nørkleier
to efterårs kranse på en trækasse
Foto: Silkes Nørkleier
to kranse bliver holdt af en kvinde. bagved hænger yderligere 3 kranse
Foto: Silkes Nørkleier

Eine gute Ausrede für einen Spaziergang

Hat man Kinder dabei – oder Erwachsene, die eine Mission mögen –, kann man auch von zu Hause aus sein eigenes Natur-Bingo machen. Zeichne oder schreib zum Beispiel Kastanie, Eichel, Zapfen, rotes Blatt, Feder, Schneckenhaus und Muschelschale auf ein Stück Papier, und hakt ab, sobald ihr sie unterwegs findet.

Denn vielleicht ist es genau das, wofür der Herbst gut ist. Uns dazu zu bringen, ein zweites Mal auf Orte zu schauen, die wir zu kennen glaubten. Hinunter auf den Waldboden, hinauf in die Baumkronen und hinaus über den Lillebælt.

Und wenn die Tour zu Ende ist, kannst du die Hände in die Taschen stecken und sehen, was der Herbst dort hinterlassen hat. Eine Kastanie oder sieben, eine Eichel, vielleicht eine Feder. Und hoffentlich Lust, wieder loszuziehen und sie neu zu füllen.

Hindsgavl voldsted, det er efterår og bladene er orange. Kysten snor sig langs bæltet.
Foto: VM